Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

In der Reichspogromnacht, die Nacht vom 09. auf den 10. November 1938, organisierte und lenkte das nationalsozialistische Regime Gewaltmaßnahmen gegen Juden. Auch in Geseke war die Reichspogromnacht geprägt von Gewalt gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger. Sie wurden unter tumultartigen Umständen von Demonstranten tätlich angegriffen, die Scheiben ihrer Wohnungen zerstört, sie selbst in der Nacht aus den Betten gerissen und gezwungen auf die Straße zu kommen und anschließend in die Synagoge gebracht. Die Synagoge, die sich am Alten Steinweg befand, wurde nur deshalb nicht geschändet, weil der Polizei- und Stadtverwaltung einige Wochen zuvor das Gebäude übertragen worden war. Zwei jüdische Mitbürger wurden anschließend zunächst in „Schutzhaft“ genommen. Sie wurden später in Konzentrationslager gebracht. Ein trauriger Tag in der Geschichte Gesekes und Deutschlands.

In Gedenken und Erinnerung an die Opfer der Pogromnacht legte Bürgermeister Dr. Remco van der Velden im Namen von Rat und Verwaltung Blumen am Gedenkstein am Alten Steinweg, der an die Anfang der 1950er Jahre abgebrochenen Synagoge erinnert, sowie am Hellweg nieder. Am Hellweg befinden sich die im Juni 2022 verlegten Stolpersteine für die Familie Kronenberg. Ida und Ferdinand Kronenberg wurden im Juli 1942 deportiert und zwei Jahre später im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.


Originale Bericht des Geseker Bürgermeisters als Ortspolizeibehörde an die Gestapo Dortmund über die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichspogromnacht, aus einer Akte des Geseker Stadtarchivs (Archivsignatur: NG vorl. Nr. 706).

Originale Bericht des Geseker Bürgermeisters als Ortspolizeibehörde an die Gestapo Dortmund über die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichspogromnacht, aus einer Akte des Geseker Stadtarchivs (Archivsignatur: NG vorl. Nr. 706).